Betriebliche Mitbestimmung gibt es nicht nur in Unternehmen und der Wirtschaft, sondern auch
in der Kirche. In den letzten Jahren waren Dienstgebervertreter und MAVen intensiv gefordert,
die Dienstgemeinschaft in der Erzdiözese Freiburg in vielen Bereichen zukunftsfähig
umzugestalten.
Aus 224 Seelsorgeeinheiten wurden zum 1.1.2026 36 neue, große Kirchengemeinden. 23 Ver
rechnungsstellen wurden in den Verwaltungsdienst und das Team der Pfarreiökonomin/des
Pfarreiökonomen aufgeteilt. Ehemalige Dekanatsaufgaben, wie z.B. Jugendarbeit und Kli
nikseelsorge auf die neuen Kirchengemeinden übertragen. Die Personalsachbearbeitung neu
aufgeteilt und die Einführung einer bistumsweit einheitliche IT fortgesetzt, um nur die größten
Veränderungen zu benennen. All diese strukturellen Veränderungen haben seit dem letzten
Gespräch zwischen der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft für die Mitarbeitervertretungen im
verfasst kirchlichen Bereich (DiAG MAV A) und der Bistumsleitung die Arbeitswelt in der Erz
diözese Freiburg deutlich verändert.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die aktuellen Entwicklungen innerhalb der Erzdiözese
und deren Auswirkungen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie zentrale Themen der
Mitarbeitervertretungsarbeit.
Zu Beginn wurde über die vielfältigen Veränderungen innerhalb von Kirche und Gesellschaft
gesprochen. Dabei tauschten sich die Gesprächspartner über ihre jeweiligen Wahrnehmungen
der aktuellen Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf die Mitarbeitenden und die kirch
lichen Einrichtungen aus. In vielen Bereichen gibt es aktuell noch Umstellungsprobleme. Neue
Routinen müssen sich erst noch entwickeln. Erzbischof und Generalvikar sind über Konferen
zen, Gespräche mit Verantwortlichen, Gremiensitzungen und die ersten Pfarreibesuche ent
sprechend über die Situation informiert. Durch verschiedene unterstützende Maßnahmen, wie
zusätzliche Mitarbeiter und Vernetzungstreffen, sollen bis zum Jahresende die unruhigen und
sehr arbeitsintensiven Zeiten überwunden sein, damit 2027 in ein neues Normal gestartet wer
den kann.
Ein weiterer Schwerpunkt war die jüngste Mitarbeitervertretungswahl. Die Vertreterinnen und
Vertreter der DiAG MAV A schilderten ihre Erfahrungen mit dem Wahlverfahren und wiesen
auf Optimierungsbedarf hin. Insbesondere wurden organisatorische Herausforderungen bei
der Durchführung der Briefwahl, Verzögerungen im Ablauf sowie die Möglichkeit zukünftiger
digitaler Wahlverfahren thematisiert. Ziel sei es, eine große Beteiligung der Mitarbeitenden zu
erleichtern und den Anforderungen des sogenannten Dritten Weges noch besser gerecht zu
werden.
Durch die neue Struktur ist die Zahl der Mitarbeitervertretungen (MAV) um fast 60% gesunken.
Die Zahl der MAVlerinnen und MAVler ist um 30% gesunken. Dies hat zur Folge, dass 67 %
der MAVen in den Kirchengemeinden die Sollstärke nicht erreichen und damit unterbesetzt
sind.
Darüber hinaus wurde die finanzielle Ausstattung der Mitarbeitervertretungen angesprochen.
Diskutiert wurden unter anderem Fragen der Freistellung von MAV-Mitgliedern, der Finanzie
rung von Fahrt- und Sachkosten sowie einer angemessenen IT-Ausstattung. Die DiAG MAV
A brachte hierbei auch Rückmeldungen aus den Mitarbeitervertretungen der Erzdiözese ein
und warb für eine verlässliche Unterstützung der MAV-Arbeit.
Im Bereich der Digitalisierung und IT-Projekte wurde die Bedeutung einer frühzeitigen und
konsequenten Beteiligung der Mitarbeitervertretungen gemäß der Mitarbeitervertretungsord
nung (MAVO) hervorgehoben. Die DiAG MAV A machte deutlich, dass Beteiligungsrechte
auch in neuen Organisations- und Entscheidungsstrukturen zuverlässig gewahrt werden müs
sen. Dabei ging es nicht um einzelne Maßnahmen, sondern um ein grundsätzliches Verständ
nis einer vertrauensvollen und rechtskonformen Zusammenarbeit und somit um eine aktiv ge
lebte Dienstgemeinschaft.
Abschließend wurde das Verfahren zur Novellierung der bistumseigenen Mitarbeitervertre
tungsordnung (MAVO) angesprochen. Die DiAG MAV A brachte ihre Sichtweise zu verschie
denen Regelungsinhalten ein und unterstrich die Bedeutung eines konstruktiven Dialogs bei
zukünftigen Änderungen.
Das Gespräch verlief in einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre. Beide Seiten bekräf
tigten die Bedeutung eines regelmäßigen Austauschs und einer vertrauensvollen Zusammen
arbeit, um die Herausforderungen der kommenden Jahre gemeinsam zu gestalten. Die im
Gespräch angesprochenen Themen sollen in den weiteren Dialog einfließen und, wo erforder
lich, gemeinsam weiterentwickelt werden.
Erzbischof Stephan dankte zum Abschluss des Gespräches der DiAG MAV A Sprechgruppe
für ihr Engagement und bat sie diesen Dank auch den von ihr betreuten MAVen zu übermitteln.
Jahresgespräch mit Erzbischof Stephan Burger und Generalvikar Christoph Neubrand (13.07.2026)
14.08.2026 |